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Differenzierte Diskussion zu Dietenbach

- 09.02.2019 - 

BEIDE KIRCHEN HATTEN EINGELADEN

Freiburg. Es war eine intensive und faire Diskussion zum Thema Dietenbach am Freitagabend (8.2.2019) in der Erwachsenenbegegnungsstätte Weingarten (EBW). Etwa 180 Zuhörerinnen und Zuhörer füllten auf Einladung der Evangelischen Kirche in Freiburg und der Katholischen Kirchengemeinde Südwest den großen Saal. Auf dem Podium saßen fünf Männer und eine Frau, drei Befürworter des neuen Stadtteils und drei Gegner. 

Quelle: Günter Hammer
Podiumsdiskussion zu Dietenbach in der EBW
Quelle: Günter Hammer
Das Publikum wurde aktiv einbezogen.
Quelle: Günter Hammer
Entwurfsplanung für rund 6.000 Wohnungen

Die beiden Beauftragten der Kirchen für die Konzeptentwicklung in neuen Stadtteilen, Pfarrer Björn Slenczka und Pastoralreferent Michael Hartmann, moderierten den Abend. Eines der meist benutzten Wörter war „Abwägungssache“.

Im Grund trugen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion keine wesentlichen neuen Argumente vor. Interessant war gleich zu Beginn das Bekenntnis von Rüdiger Engel, der die Leitung der städtischen Planungsgruppe Dietenbach innehat. Er wurde von den Moderatoren auf seine ehemalige Mitgliedschaft beim BUND angesprochen. Engel berichtete, dass er nach jahrelangem ehrenamtlichem Engagement für den Verband im vergangenen Jahr ausgetreten sei. Begründung: Es habe keine Mitgliederbefragung zum geplanten Neubaustadtteil Dietenbach gegeben. Der Jurist zeigte sich in der Diskussion auch als historisch ausgewiesener Verfechter der Planungen zu Dietenbach. Schon vor rund zwei Jahrzehnten hatte er bei der Planung und Bebauung des Neubaustadtteils Vauban mitgearbeitet.

Heftige Kritik an den städtischen Planungen kam von Erwin Wagner. Der Landwirt aus Opfingen bewirtschaftet in der Dietenbach-Aue Ackerland. „Wo kommt unser Essen her, wenn ständig Ackerland verschwindet?“, fragte er. Und er stellte fest: „Wenn Dietenbach fertig ist, geht der Landverbrauch weiter, dann kommt der Tuniberg dran.“

Im Stadtverband der Caritas sei man sich der ökologischen Bedenken zur Bebauung von Dietenbach bewusst, erklärte Vorstand Rainer Gantert. Man habe alle Bedenken gegeneinander abgewogen. Letztlich würden die sozialen Argumente überwiegen. Denn es brauche in Freiburg dringend bezahlbaren Mietwohnraum für kleine und mittlere Angestellte, wie sie auch der Stadtcaritasverband beschäftigt. Außerdem werde auch dringend Raum für inklusives Wohnen benötigt.

Das sah Manfred Kröber von der „Aktion Rettet Dietenbach“ so nicht. Er stellte die prinzipielle Frage, ob die Stadt weiter wachsen solle, und bezweifelte die vorgelegten Prognosen. Der aktuelle Wohnraumbedarf könne durch weitere Innenentwicklung gedeckt werden. Er sei sich sicher, wenn der neue Stadtteil nicht komme, würden genau diese Alternativen greifen.

In Freiburg sei es langfristig nötig, 15.000 Wohnungen zu schaffen, erklärte SPD-Stadträtin Renate Buchen. Die Stadt müsse ihr Wohnraumproblem lösen. Denn viele Pendler seien schon ins Umland gezogen, was wiederum ökologisch problematisch sei.

Wolf-Dieter Winkler, Gemeinderat in der Stadt von Freiburg Lebenswert, verwies auch auf die weiteren Nebenkosten, die durch die Bebauung entstünden, so zum Beispiel durch das nötige Hochwasserrückhaltebecken bei Günterstal.

In den beiden Publikumsrunden wurde die erhebliche Skepsis gegenüber den Planungen deutlich. So wurden erneut die Prognosezahlen angezweifelt. Gleichzeitig wurde bemängelt, dass Freiburg eine Stadt mit großer „Sogwirkung“ sei. Und auch die ökologische Beeinträchtigung durch viel LKW-Verkehr bei den Baumaßnahmen wurde beklagt. Umgekehrt zeigte sich eine Fragerin „erschüttert“ über das mangelnde Vertrauen, das gegenüber der Mehrheit der Kommunalpolitiker zum Ausdruck gebracht werde. Gelegentlich gingen bei einigen die Emotionen hoch, doch die Moderatoren reagierten gelassen und strukturierten stringent.

„Die hochkomplexen Zusammenhänge machen viele Bürgerinnen und Bürger unsicher“, resümierte Moderator Michael Hartmann. Letztlich sei es eine „Abwägungssache“, wie man sich am 24. Februar beim Bürgerentscheid entscheidet.

 

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180 Interessierte kamen zur Dietenbach-Diskussion der Kirchen (veröffentlicht am Mo, 11. Februar 2019 um 08:29 Uhr auf badische-zeitung.de)